VR Interview

01.05.2017 - Die Riester-Rente lohnt sich doch

OVB24: Die gesetzliche Rente allein wird nicht ausreichen, um im Ruhestand auch nur annähernd den gewohnten Lebensstandard zu halten. Das zeigt auch der Rentenbescheid, den wir jährlich zugeschickt bekommen. Was viele nicht wissen: Steuern und Krankenversicherungsbeiträge sind darin noch nicht berücksichtigt. Die gehen auch noch ab. Zusätzlich privat vorzusorgen, ist also sozusagen alternativlos, will man nicht auf das Hartz-IV-Niveau abrutschen. Seit Jahren ist die Riester-Rente der Renner unter den Vorsorge-Möglichkeiten. Warum das so ist, darüber sprechen wir mit Stephan Mayer von der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost.

VR Interview
Stephan Mayer - Privatkundenberater der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG

Stephan Mayer: Um es vorweg zu sagen: Riester-Sparen lohnt sich fast immer – für den einen mehr, für den anderen weniger. Riestern lohnt sich aufgrund der staatlichen Förderung besonders für Familien. Der Staat fördert jeden Riester-Sparer mit 154 Euro Zulage pro Erwachsenem und 185 Euro pro Kind. Für Kinder, die ab 2008 geboren sind, gibt es sogar 300 Euro. Ein Beispiel: Ein Ehepaar verdient zusammen 35.000 Euro brutto. Entsprechend beträgt der Riester-Sparbeitrag 1.400 Euro im Jahr. Den müssen sie aber nicht allein aufbringen. 308 Euro zahlt der Staat für die Ehegatten und 600 Euro für die beiden nach 2008 geborenen Kinder. Das heißt, das Ehepaar selbst muss nur 492 Euro jährlich oder 41 Euro monatlich einzahlen.

OVB24: Das klingt überzeugend – aber dennoch steht die Riester-Rente regelmäßig in der Kritik.

Stephan Mayer: Die war zum Teil berechtigt, beispielsweise war die Verwaltung anfangs sehr umständlich. Dieser Kritik wurde aber inzwischen beispielsweise durch den Dauerzulagenantrag Rechnung getragen. Oftmals wird aber nicht die Riester-Rente als solche kritisch betrachtet, sondern bestimmte Anlageformen. Banken und Versicherungen bieten ja hier diverse Möglichkeiten an.

Besondere Rendite-Chancen bietet dabei die Fondssparplan-Variante, wie auch die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift Finanztest feststellt. Hier wurde zum wiederholten Mal die UniProfiRente unseres Partners Union Investment ausgezeichnet.

OVB24: Nun erleben wir ja seit Jahren eine nie dagewesene Niedrigzinsphase. Wie wirkt sich das auf die Rendite der Riester-Renten aus?

Stephan Mayer: Das kommt auf die Anzahl und Höhe der Zulagen im Einzelfall an. Im Durchschnitt erhalten Riester-Sparer bei der Union Investment auf jeden eingezahlten Euro 43 Cent als Zulage vom Staat geschenkt. Wichtig ist dabei, immer den Höchstbetrag von 4 % des Vorjahresbruttoeinkommens zu sparen und einen Zulagenantrag zu stellen.

OVB24: Muss ich die Zulagen jedes Jahr neu beantragen?

Stephan Mayer: Nein, es kann mittlerweile ein Dauerzulagenantrag gestellt werden. Der muss nur angepasst werden, wenn sich an der familiären Situation etwas ändert, wenn es beispielsweise Zuwachs gegeben hat oder aber die Kinder erwachsen sind, eigenes Einkommen beziehen und somit selbst riestern können. Bei Einkommensänderungen muss ggf. die eigene Sparleistung angepasst werden, damit die maximalen Zulagen ausgeschöpft werden. Mein Tipp: Wenn der Staat schon Geldgeschenke macht, dann sollte man diese auch annehmen. Informieren Sie sich bei Ihrem Berater in der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost über die Riester-Rente. Es lohnt sich für Sie.