4 Prozent Dividende für Mitglieder

Vertreterversammlung 2019

Im Alten Königliche Kurhaus in Bad Reichenhall haben Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG Rechenschaft über das Geschäftsjahr 2018 abgelegt. Aufsichtsratsvorsitzender Maximilian Stadler, der in bewährter Manier durch die Versammlung führte, konnte neben den Mitglieder-Vertretern zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie die Repräsentanten des genossenschaftlichen Finanzverbundes begrüßen.

Im Grußwort der Stadt Bad Reichenhall bedankte sich Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner für die gute Zusammenarbeit und versprach volle Unterstützung bei der Verwirklichung des Bauprojektes Mozartgarten.

Bericht des Vorstands

Vorstandsvorsitzender Direktor Josef Frauenlob befasste sich einleitend mit den aktuellen Herausforderungen, mit denen man sich auseinanderzusetzen hat. Neben der Regulatorik, die in ihren Anforderungen nicht ausreichend zwischen Groß und Klein, einfach und komplex zu unterscheiden weiß, der europäischen Zinspolitik, die nicht nur Banken, sondern auch Sparer und deren Altersvorsorge in die Knie zwingt, nannte er das allgegenwärtige Thema der Digitalisierung.

Bei der Digitalisierung sieht Direktor Frauenlob jedoch nicht nur Risiken, sondern vor allem auch Chancen. Chancen, die Erträge zu sichern, Prozesse zu optimieren, die Kundenbindung zu erhöhen und die Wettbewerbsposition zu stärken. Die sich bietenden Chancen müssten genutzt werden, während Andere die Dinge noch als Bedrohung wahrnähmen. Mit dem Statement „Es gilt, dort zu digitalisieren, wo Digitalisierung Nutzen für unsere Kunden stiftet, aber nicht dort, wo unsere Kunden von uns persönliche Betreuung erwarten“, lieferte Direktor Frauenlob auch ein klares Bekenntnis zum Erhalt des flächendeckenden Filialnetzes als einen von mehreren Zugangswegen zu den Dienstleistungen der Genossenschaft.

Die Rahmenbedingungen und Entwicklung der VR Bank

Bevor er zur Entwicklung und zu den Zahlen der Bank kam, ging Vorstandsvorsitzender Josef Frauenlob auf die „Herausforderung Zinspolitik“ ein. Für Frauenlob ist klar, dass hierdurch Sparer geschädigt, Vermögen umverteilt, überfällige Reformprozesse verhindert und gefährliche Blasen heraufbeschworen werden. Im Rückspiegel betrachtet lag jedoch auch in der Niedrigzinspolitik eine Chance, welche die Bank glücklicherweise zum richtigen Zeitpunkt genutzt hat. So hat die VR Bank bereits ab dem Jahr 2013 Immobilienvermögen in beträchtlichem Umfang erworben bzw. entwickelt.

Mit dem Verlauf des zurückliegenden Geschäftsjahres zeigte sich Direktor Frauenlob insgesamt sehr zufrieden. Die Marktstellung in der Region konnte weiter ausgebaut werden, was die Bilanzsumme zum Jahresende 2018 auf beachtliche 1,7 Milliarden Euro ansteigen ließ. Das Kundenkreditgeschäft setzte mit einem deutlichen Plus von 5,2% oder 60,6 Millionen Euro den erfreulichen Wachstumspfad der Vorjahre fort, so dass zum Jahresende Kundenforderungen in Höhe von 1.225,5 Millionen Euro zu Buche standen. Die Kundengelder erhöhten sich um 1,7 % auf 1.368,8 Millionen Euro. Auf recht fruchtbaren Boden sind die von der Genossenschaft entwickelten Vorteilsprogramme für Mitglieder gefallen. So traten im abgelaufenen Geschäftsjahr 1.491 neue Mitglieder der VR Bank bei.

Wie bereits in den letzten Jahren, so der Vorstandsvorsitzende, spiegelt sich die anhaltende Niedrigzinspolitik auch im Zinsergebnis der Bank wider. Beim Zinsüberschuss, der wichtigsten Ertragsquelle, ist ein leichter Rückgang auf 31,8 Millionen Euro zu verzeichnen. Das Dienstleistungsergebnis ist mit 14,8 Millionen Euro erfreulich solide ausgefallen. Positive Beiträge zum Gesamtergebnis haben auch die Tochtergesellschaften Raiffeisen Waren GmbH Oberbayern Südost und VR Immobilien GmbH Oberbayern Südost geleistet. Gerade der neue Standort Petting mit traditionellem Warengeschäft, ergänzt durch einen Fachmarkt, einen Getränkemarkt, eine Tankstelle mit Waschanlage und nicht zuletzt einer Bankfiliale, hat sich bestens entwickelt. Nach Absummierung aller Aufwendungen und Erträge verblieb ein Bilanzgewinn in Höhe von 2.048 TEUR.

Personelles

Die Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost und ihre Tochtergesellschaften haben per 31.12.2018 insgesamt 462 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz geboten. Wie schon in den Vorjahren, gehörten die Ausbildungsabsolventen der VR Bank auch 2018 zu den Besten in Bayern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 1.332 Schulungs- und Trainingstage besucht.

Gesellschaftliche Verantwortung

Für Direktor Josef Frauenlob gehört es zu den vornehmen Aufgaben eines erfolgreichen Unternehmens, einen freiwilligen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Dazu habe die VR Bank im letzten Jahr 262 TEUR an Spenden aufgebracht. Überaus erfreulich hat sich auch die Crowdfunding Initiative entwickelt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten sechs Projekte mehr als erfolgreich abgeschlossen werden. Neben den eigenen Spenden wurde hierdurch weiteres Spendenaufkommen von 226 TEUR durch Crowdfunding aufgebracht.

Die von der VR Bank in den Jahren 2004 und 2007 gegründeten Bürgerstiftungen stellten seit ihrer Gründung bereits mehr als 1,5 Millionen Euro für gemeinnützigen Projekte bzw. für unverschuldet in finanzielle Not geratene Menschen zur Verfügung. Allein im letzten Jahr konnte in 40 Fällen mit 60.000 Euro geholfen werden. Bei Josef Hartl bedankte sich Direktor Frauenlob für die Idee und weit über tausend ehrenamtliche Arbeitsstunden, die dieser für den Büchermarkt geleistet hat. Nachdem das hierfür genutzte Gebäude in der Mozartstraße 1 künftig nicht mehr zur Verfügung steht, findet der letzte Büchermarkt am 19. Juli 2019 statt.

4 Prozent Dividende

Nach dem ausführlichen Rechenschaftsbericht des Vorstands und Bestätigung durch die genossenschaftliche Verbandsprüfung folgten die traditionellen Abstimmungen über die vorgelegte Bilanz, die Gewinnverwendung und die Entlastungen von Vorstand und Aufsichtsrat.

Das Votum der Mitgliedervertreter war jeweils einstimmig und positiv. Neben einer Dotierung des Eigenkapitals auf nunmehr 170,53 Millionen Euro wurde damit für das Jahr 2018 – wie schon in den Vorjahren – auch eine mit 4 Prozent deutlich über dem Markt liegende Dividende für die rund 30.000 Mitglieder der VR Bank beschlossen. Die turnusmäßig ausscheidenden Aufsichtsräte Albert Rieder und Georg Schützinger wurden einstimmig für eine weitere Periode in den Aufsichtsrat gewählt.

Vorstand und Aufsichtsrat bedanken sich für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018.