Erneut 2,75 Prozent Dividende beschlossen

Steigende Nachfrage nach günstigem VR MitgliederStrom

Der dezentrale Charakter der Erneuerbaren Energien (EE) bietet jedem Bürger die Möglichkeit, einen aktiven Beitrag zum Umbau der Energieversorgung zu leisten: entweder durch den Bau von eigenen Anlagen oder durch eine Beteiligung an Gemeinschaftsprojekten. Energiegenossenschaften erfreuen sich hierbei als Organisationsform weiterhin großer Beliebtheit, denn sie bieten vielfältige Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten – auch wenn gesetzliche Einschränkungen und politische Unsicherheiten die Neugründungen stark gebremst haben.

Diese politischen Korrekturen haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass Betreiber von EE-Anlagen sich stärker marktwirtschaftlich behaupten müssen. Darauf hat auch die VR EnergieGenossenschaft Oberbayern Südost reagiert und ihr Geschäftsmodell auf die geänderten politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen ausgerichtet.

Einstieg in die Erneuerbaren Energien und Förderung der regionalen Wertschöpfung – mit diesen Zielen ist die VR EnergieGenossenschaft Oberbayern Südost eG vor sieben Jahren in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein angetreten. Bis Ende 2016 haben sich an der Genossenschaft 499 Bürgerinnen und Bürger, Firmen und Kommunen mit Geschäftsguthaben in Höhe von 4,3 Millionen Euro beteiligt.

(v. l.)Die Vorstände der VR EnergieGenossenschaft Albert Pästötter und Jürgen Hubel, die Aufsichtsräte Hubert Kriegs, Josef Dandl und Kai Stengle sowie Geschäftsführer Nobert Zollhauser.

Die Mitglieder waren Mitte Juni zur 7. Generalversammlung nach Bad Reichenhall eingeladen, um über die aktuelle Geschäftslage zu beraten und die notwendigen Beschlüsse für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 zu fassen. Knapp 80 Mitglieder konnte der Aufsichtsratsvorsitzende Hubert Kriegs zu der Veranstaltung begrüßen.

 

Bis Ende 2016 konnten insgesamt 28 Photovoltaikanlagen sowie drei Freiflächenanlagen im Gegenwert von 13 Millionen Euro in unserer Region realisiert werden. Mit einer installierten Leistung von 7.641 kWp kann die Genossenschaft damit rechnerisch Strom für mehr als 2.200 Haushalte produzieren. Diese Botschaften konnten die Vorstände der Genossenschaft, Jürgen Hubel und Albert Pastötter, den anwesenden Mitgliedern überbringen.

Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Hubel stellte den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2016 vor. Die Bilanzsumme betrug 9,8 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss vor Steuer konnte trotz mäßigem Sonnenjahr mit 261.828 Euro nahezu konstant gehalten werden. Den Mitgliedern wurde neben der Stärkung der Eigenkapitalausstattung durch eine ausgewogene Rücklagendotierung eine Dividende von 2,75 Prozent vorgeschlagen. Der Prüfungsverband bescheinigte der Genossenschaft geordnete Rechtsverhältnisse sowie eine gute Vermögens- und Finanzlage.

Im weiteren Verlauf erhielten die Mitglieder von Geschäftsführer Norbert Zollhauser einen Überblick über die zuletzt realisierten und bereits angebahnten Projekte. Außerdem berichtete er über die Entwicklung des seit 2016 eingeführten eigenen Stromtarifs, den VR MitgliederStrom, der sich aufgrund der starken Preiserhöhungen der Stromanbieter steigender Beliebtheit erfreut.

Bevor die Versammlung der Tagesordnung folgend über die Verwendung des Bilanzgewinns abstimmte, dankte Hubert Kriegs der Geschäftsführung für deren Leistung und Engagement im Berichtsjahr. Die Versammlung sprach sich für die vom Aufsichtsrat und Vorstand vorgeschlagene Dividende von 2,75 Prozent aus. Der Rest des Überschusses soll in die Rücklagen der Genossenschaft eingestellt werden. Im Anschluss entlasteten die Mitglieder Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig.

Mit interessanten Gesprächen rund um das Thema „Erneuerbare Energien“ klang die Veranstaltung bei einem gemeinsamen Imbiss aus.