Meinen Hof sorgenfrei übergeben

Info-Abend für Landwirte

Die Hofübergabe an die nächste Generation hat in der Landwirtschaft eine lange Tradition. Sie stellt eine der großen Herausforderungen im Leben einer Landwirtsfamilie dar und muss daher sorgsam geplant werden. Schätzungen zufolge erfolgt der Übergang in 90 Prozent der Fälle im Rahmen einer vorweggenommenen Erbfolge durch einen Übergabevertrag mit dem Hofnachfolger. Im Umkehrschluss verlaufen 10 Prozent aller Hofübergaben ungeplant und sind entsprechend problembelastet.

Was bei einer geplanten Hofübergabe zu beachten ist, und wie man auch für den Fall einer ungeplanten Übergabe vorsorgen kann, darüber informierten Anton Moosleitner, Generationenberater der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost und Holger Hille, Diplom Volkswirt bei der GeNe GmbH, einem privaten Fachinstitut für Vermögens- und Nachfolgeberatung, im Rahmen eines Info-Abends. Zu dieser Veranstaltung hatten die Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost und die Raiffeisenbank Anger gemeinsam ins Strandkurhaus in Waging am See eingeladen.

Der mit rund 500 Besuchern voll besetzte Saal dokumentierte das große Interesse am Thema.

v.l.n.r.: Dir. Georg Kamml, Vorstand RB Anger, Reinhard Lampoldshammer, Bayerischer Bauernverband, Holger Hille, Anton Moosleitner, Dir. Josef Frauenlob.
Generationenberater Anton Moosleitner

Nach der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost, Direktor Josef Frauenlob, stellte Anton Moosleitner unter der Überschrift "Zukunft gestalten - Werte erhalten" die Generationenberatung der VR Bank vor. Bei der Generationenberatung geht es nicht nur um die Vermögensanlage und die Vermögensnachfolge, sondern auch um Vorsorgethemen wie Alters-, Krankheits-, Pflege- und Hinterbliebenenvorsorge. Ergänzt wird die Beratung um die Bereiche Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung.

Dipl. Volkswirt Holger Hille

In seinem rund 90-minütigen Vortrag ging Dipl. Volkswirt Holger Hille auf die Notwendigkeit und die Möglichkeiten der Nachfolgeregelungen in landwirtschaftlichen Betrieben ein. Auch Hilles Vortrag startete bereits lange vor der Hofübergabe mit dem Thema Vollmachten und Betreuung für den Fall einer Handlungsunfähigkeit durch Krankheit, Pflege oder Unfall. Er sprach dabei sowohl den privaten wie auch den betrieblichen Bereich an und ließ auch das Thema Pflegekosten und -versicherung nicht aus.  

Auf das eigentliche Thema des Abends, die geplante Hofnachfolge, ging Hille sehr detailliert ein, zeigte Möglichkeiten auf und wies auch auf in der Praxis immer wieder gemachte Fehler hin. Gut gemeint, so Holger Hille, sei eben nicht immer auch gut gemacht.

Die verschiedenen Testamente wurden ebenso ausführlich angesprochen, wie Erbfolgen, Erbanteile und das für die landwirtschaftliche Hofübergabe wichtige BGB-Landgut-Erbrecht.

In seinem Schlusswort bedankte sich Direktor Josef Frauenlob beim Referenten mit einem großen Geschenkkorb, gefüllt mit regionalen landwirtschaftlichen Artikeln, für den äußerst informativen Vortrag und für das Einverständnis, die Präsentation als Download veröffentlichen zu dürfen. Direktor Frauenlob kündigte an, dass es auch 2016 eine Neuauflage des äußerst erfolgreichen VR Agrardarlehens geben werde, mit dem die Bank die heimische Landwirtschaft bei der Herstellung hochwertiger heimischer Produkte unterstützt und den Erhalt der Kulturlandschaft fördert.